Friday, September 13, 2013

Am Frühstückstisch

Seine Unzulänglichkeit sprang sie an.
Sprang an ihr hoch. Verhedderte sich in ihrem Rock. Rüttelnd. Schüttelnd. Wach auf! Schau hin! Beachte mich!
Nein, es waren Nichtigkeiten. Weniger als das. Nichts als Nichtigkeiten. Nicht der Rede wert. Nicht der Worte wert. Nicht der Gedanken wert. Nicht beachtenswert. Nichts als nichts. Rüttelndes, schüttelndes Nichts in ihrem Rock.
Sein Schwanz ist zu klein.
Das geht nicht. Das darf nicht etwas sein. Unwichtig, nichtig, vernichten, abschütteln.
Der Gedanke wächst im Gegensatz zu seinem Schwanz. Wächst, wabert, verbreitet sich, füllt den ganzen Raum. Und sie sieht nur noch seinen kleinen Schwanz am Frühstückstisch sitzen. Ein kleiner Schwanz, der ein Brötchen mampft, der ein Ei auslöffelt, dem Eigelb im Mundwinkel klebt.
Er schaut auf und lächelt. Der treudoofe Blick. Infantile Züge, zur Grenze ans Debile. Grenzdebiles Lächeln mit Eigelb.
"Alles gut?" Die Frage zerreißt das Lächeln und die Gedanken.
"Ja... Ja, Schatz..."
Es klingt so falsch. Kann er hören wie falsch es klingt? Kann er den kleinen Schwanz, das Eigelb und das Grenzdebile hören?
Er widmet sich seinem zweiten Ei. Eier über Eier, jeden Samstag, stopft er Eier in seinen Mund. Sie kann sie nicht mehr sehen, nicht mehr riechen. Das Eigelb bröselt in seinem Mundwinkel.
Sie möchte aufstehen, schreien, die Eier durch die Küche schleudern, an seinen Kopf schleudern. Ihre Finger in seinen Hals stecken, bis er die Eier auskotzt, bis sie mitkotzt vom Geruch der Eierkotze.
Doch sie sitzt nur am Frühstückstisch und nippt an ihrem Kaffee

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